Er ist durch nichts zu legitimieren, der „Normalfall“ des demütigenden Dienstmädchendaseins in Bolivien und vielen anderen Ländern Südamerikas, den Maria Magdalena Moser in schlichter, schnörkelloser Sprache vor unserem inneren Auge entstehen lässt. Ohne den grossen Gestus moralischer Anklage oder den Druck auf unsere Tränendrüsen wird spürbar, was es kostet, ein Mensch zu sein, mehr noch, dass die Würde des Menschseins durch alle Fluten der Demütigung hindurch gerettet werden kann.      Max Kulzer

 

 

Der Roman „Geflochtene Wege” 
ist im Wolfbach Verlag Zürich erschienen
ISBN 978-3-952 3334-0-2

133 Seiten, gebunden      EURO 21.- 

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„Jeden Tag versuchte Carmela das Mittagessen dann bereit zu haben, wenn die bei­den Pfeile der Küchenuhr in den Him­mel zeigten. Aber immer wenn sie die Uhr anschaute, bewegten sich die Zeiger ganz langsam, fast unbemerkt, doch wenn sie Kartoffeln schälte, machten die Dinger einen gewaltigen Sprung. Manchmal kam die Señora in die Küche, um sie zu ermahnen, und Carmela beobachtete insgeheim, wie die Zeiger ein­schliefen. Schlief aber Carmela, mussten sie of­fen­bar rasen. Wie konnte Carmela das Kochen nach diesem runden Ding richten, das so unzuverlässig war? Sie fand hilfreichere Hinweise. Wenn sie die beiden älteren Schwes­tern unten keifen hörte, be­gann Carmela den Reis zu rösten.“

 

 Maria Magdalena Moser's Roman „Geflochtene Wege